01. Clubveranstaltung, Thema: "Hochspannungs-Marketing:
Was Kommunikationsprofis von guten Krimis lernen können!"

Herr Frank Wittke sprach am
09. Januar 2014 auf der Galopprennbahn
in Krefeld

 

Mit der Auftaktveranstaltung Hochspannungsmarketing
- Was können Kommunikationsprofis von guten Krimis lernen -
startet der Marketingclub auf der Rennbahn ins neue Jahr 2014.

Ein besonderer Abend ist angesagt. Es referiert der Organisationpsychologe, Journalist und Filmemacher Frank Wittke aus Dortmund.
Herr Wittke war jahrelang als Polizeireporter für die ARD tätig und verbindet Spannungstechniken aus Krimis mit gelungenem Marketing.
Sein Credo: Gute Kommunikation fesselt, erzeugt ein Gefühl höchster Aufmerksamkeit- eben wie bei einem guten Krimi.

Hitchcock, Colombo, Derrick oder Schimanski, sie alle setzten eigene Techniken der Spannungserzeugung ein.
So arbeitet Hitchcock in seinen Filmen mit dem Mittel des Informationsvorsprungs des Publikums gegenüber den Schauspielern. ( Bspl. Duschszene in Psycho). Beim Zuschauer entsteht eine Erwartungshaltung an das, was geschehen wird.
In der Übertragung auf`s Marketing bedeutet dies, dass kleine Vorabinformationen einen Spannungsbogen zu mehr Erfahrenwollen erzeugt.

Erfahren haben die Zuschauer in den Inspektor Colombo Filmen schon am Anfang sehr viel. Sie wissen in der Regel wer der Täter ist. Was Colombo ausmacht, ist seine meisterliche, psychologische Fragetechnik. Bei ihm geht es stets um`s Warum. Deshab bleiben die Zuschauer dran.
In der Übertragung heißt das : Was ist die nächste Frage im Kopf meines Kunden. Dazu ist ein hohes Maß an Empathie erforderlich.
Nicht nur Colombo sondern auch Derrick haben sich des Prinzips der "Fallhöhe" bedient. In den Filmen gehören die Darsteller oft der highsociety an und deren tiefer Fall berührt die Zuschauer besonders emotional.

Die Spannungstechnik des Kontrasts wird besonders in den Tatortfilmen durch die Unterschiedlichkeit der Protagonisten Schimanski und Tanner repräsentiert. Diese Unterschiedlichkeit kann man sich auch im Marketing zunutze machen, wie z.B. auf der inhaltlichen Ebene bei Veranstaltungen: Was ist- was soll sein, gute Zahlen- noch bessere, motivierte Mitarbeiter- höher motivierte.
Kontraste sind auch ein beliebtes Mittel in der Rhetorik: Emotion versus Analytik, Ratio versus Vision, also Polarisierung in probater Form.
Martin Luther King, John F. Kennedy und auch Steve Jobs gelten als berühmte Rhetoriker, die sich dieses Mittels excellent bedient haben.

Dass ein gutes Stück erst durch einen bestimmten Aufbau seine Wirkung erzeugt erläutert Frank Wittke anhand des Syd-Field-Paradigmas. Ein Stück besteht aus 3 Akten. Am Ende des 1. Akts, dem sogenannten Plotpoint, geschieht eine Wende in der Geschichte. Im 2. Akt wird der Inhalt bearbeitet, bevor im 3. Akt an einem erneuten Plotpoint wieder eine Wende stattfindet.
Nach diesem 3-Akter-Modell solle bestmöglichst ein Marketinggespräch stattfinden. Der Verkaufsabschluß fände dann im 3. Akt statt, wie die Auflösung einen Krimis.

Das Spannungselement Cliffhänger demonstriert der Referent dann zum Schluß. Die Lindenstraße ist eines seiner Beispiele.In der entscheidenden Situation am Ende wird der Zuschauer fragend zurückgelassen und auf die Folgesendung verwiesen. Belohnungsaufschub als Spannungselement.

Und da war dann noch die Sache mit den  Marshmellows. Nur die Zuhörer der ersten beiden Reihen bekamen diese von Herrn Wittke am Anfang des Vortrags angeboten.
Dass diese, wissenschaftlich belegt, die Intelligenz fördern würden, gab der Referent am Schluß zum Besten. Auch eine Form des Cliffhangers?!
 
(Text: Brigitte Franck)